Ich lese die online Ausgabe der Faz gern. Trotz allem gibt es immer wieder Themen, wo mich die Meinung der Faz maßlos entrüstet. Zum Beispiel mal wieder der hier zu findende Artikel zum Thema Bachelor/Master. Der Autor dieser Artikel – ich gehe jetzt frecherweise davon aus das es immer der selbe ist – da sie im Stil und Inhalt immer wieder gleich sind, kritisiert die Reform ohne sie durchlebt zu haben.
Da beschwert er sich, dass der Lehrstoff plötzlich auf 6 Semester zusammengedampft werden musste. Der Stoff, insbesondere an den Fachhochschulen, wurde in einen praktischen -Bachelor- und einen theoretischen Teil -Master- aufgeteilt. Das hier die TU9 Probleme haben erklärt sich schon aus dem grundsätzlichen Anspruch des theoretischen Studiengangs. Das diese dann Schwierigkeiten bei der Aufteilung ihrer Studiengänge bekommen war von vornherein klar.
Das einige Unis die Studienlänge des Bachelos auf 7 oder sogar 8 Semester hochgesetzt haben liegt nicht an der Workload – womit der Autor sicher das ECT-System meint – sondern an der Akkreditierbarkeit des Studiengangs. Im Gegensatz zu früher, wo sich der Studiendekan und der Zuständige im Bildungsministerium auf ein Bier getroffen haben und mal eben eine neue Studienordnung abgesegnet haben – muss die Bestätigung des Studienganges heute von Universitätsfremden Studenten, Professoren und Personen aus der Wirtschaft abgesegnet werden. Hier werden Missstände sehr wohl schon mal zu beginn eines Studiengangs aufgedeckt und im besten Fall behoben.
Desweiteren spricht für diese Reform und damit einhergehend den Reförmchen der Studiengänge noch ein weiterer Punkt. Viele Studiengänge hatten eine Studienordnung die bereits 20 Jahre alt war. Das ist und war schon früher unter keinen Umständen hinnehmbar. Mit einer Klagedrohung gegen die entsprechende Studienordnung wurde schon so manche Note wieder nach unten korrigiert – ich wünsche jedem bei seiner Trauer um das Diplom alles Gute, vergessen sollte man aber nicht bei all der Schlechtmacherei, dass sehr viele Junge Leute 1. keine andere Wahl haben und 2. das Problem das ihnen ein schlecht geredeter Abschluss nicht weiterhilft.
Ich habe einen Master und ich bin Glücklich damit. Und das wo ich zu einem Zeitpunkt angefangen habe zu Studieren an dem ich mir noch Dipl. Ing. oder Bachelor/Master aussuchen konnte.
[...] In Österreich wird ein Studium aber immer als Diplomstudiengang begonnen, so wie es in Deutschland vor ein paar Jahren auch noch der Fall war (über die Probleme, die hierzulande bei dem teilweise völlig überstürzten Umstieg vom Diplomstudium auf Bachelor- und Master-Studium entstanden, berichtet etwa der Beitrag „Studium in Absurdistan“ des bioinfoblog, die Vorteile des neuen Systems hingegen lobt der Blog von web-dreamer.de unter „Bachelor Master vs. Diplom Ingenieur“). [...]